Warum ist ein solches Projekt bei den Black Bountys geplant?

In allen Varietäten weist der Holländische Schäferhund einen sehr kleinen Genpool auf, sodass die Suche nach einem geeigneten Deckpartner, welcher die Voraussetzungen der Zucht- und Körbestimmung (ZKB) des HSCD und die Vorstellung des Züchters erfüllt, manchmal doch sehr erschwert ist. Gerade der Rauhaar (RH) und der Langhaar (LH) besitzt im Gegensatz zu dem Kurzhaar (KH) eine enorm kleine Population. Durch einen Kreuzungswurf eines LH oder RH als Projekt mit einem KH besteht somit die Möglichkeit den Genpool mit "frischem Blut" zu erweitern.

Aus diesem Grund habe ich mich bereits vor drei Jahren sehr für dieses Projekt interessiert und mich umfassend mit dem Thema befasst. Da mich vor allem der Holländische Schäferhund in der Varietät LH schon immer fasziniert hat, war für mich die Kombination KH x LH nahe liegend.

Zur Erweiterung des Genpools für die Langhaarzucht stellen aus meiner Sicht sowohl Yuki (Dyra van Cholinchove) als auch ihre Tochter Crazy (Black Bountys A Crazy Black Maya) ein sehr gute Option dar. Beide sind kerngesund, befinden sich absolut im Standard des Holländischen Schäferhundes, besitzen ein ausgeglichenes, freundliches aber auch sportliches Wesen und haben bereits rassetypischen Nachwuchs in ihrer Varietät hervorgebracht. Ich erhoffe mir somit etwas zur Erweiterung /Erhaltung des Genpools im Bereich LH und KH beitragen zu können.

Varietäten Kreuzung KHxLH

Grundsätzlich werden die drei Varietäten des Holländischen Schäferhundes getrennt gezüchtet, heißt Kombinationen ausschließlich in der gleichen Varietät. Eine Varietätenkreuzung ist ein Kombination aus zwei Tieren verschiedener Varietät (KH x LH zum Beispiel). Eine solche Kombination ist nur als betreutes Projekt gestattet und erfordert die Erfüllung einiger Voraussetzungen der Elterntiere. Es dient in erster Linie als Erweiterung der Ziele der ZKB des HSCD, nämlich dem Ziel den Genpool und die Population der Langhaarvarietät des Holländischen Schäferhund zu fördern und zu verbessern, wenn gleich man den Genpool des Kurzhaar nicht außer Acht lassen sollte. Die Nachkommen sollen daher bevorzugt in der Langhaarzucht eingesetzt werden, um ab der F2 Generation auch Langhaarwelpen hervorzubringen. Eine Kombination mit einem Kurzhaar kann aber auch für die Kurzhaarpopulation sehr interessant sein.

Der Züchter ist verpflichtet in einer detaillierten Anfrage seine Planung über die erste Generation hinausgehend darzulegen. Nachkommen aus dieser Varietätenkreuzung sollen bewusst an Züchter / Deckrüdenbesitzer abgegeben werden, welche das Zuchtgeschehen weiterhin mit dieser Kreuzung unterstützen möchten.

Die Nachkommen dieses Projektes erhalten Kurzhaar-Registerpapiere mit voller Abstammung im Anhang und dem Vermerk „F1-Genaration aus KHxLH-Verpaarung (Langhaarträger)". Die Nachkommen des Projektes können unter den Bedingungen der ZKB des HSCD, als Kurzhaar ihre Zuchtzulassung (ZZL) machen. Sie bekommen den Vermerk „Bevorzugt einzusetzen für die Langhaarzucht". Der Zuchteinsatz mit einem KH ist nach Absprache mit der Zuchtkommission möglich. Die Exterieurbeurteilung bei der Vorstellung auf der ZZL ist dabei ausreichend, es muss nicht zwingend ein Ausstellungsergebnis oder die Beurteilung der Nachzuchtkontrolle eingereicht werden.

Nach Vorgabe des VDH ist für alle aus der Varietätten-Verpaarung hervorgehenden Welpen eine ausführliche Dokumentation, mit Bildern, in Verlaufsform über einen Zeitraum von mind. 18 Monaten zu führen (durch den Züchter).

Lnghaar-Kurzhaar-Vererbung

KH (reinerbig KH) (LL)  

KH* (Langhaarträger)(Ll)

LH (reinerbig LH)(ll)

 

Kreuzungsschemen

 

1. Generation

Elterntiere G0: KH (LL) x LH (ll)

Nachk. F1: KH* (Ll) 100%

 

2. Generation:

Elterntiere : KH*(Ll) x LH (ll)

Nachk.F2: KH*(Ll) 50%/ LH (ll) 50%

 

Elterntiere: KH*(Ll) x KH* (Ll)

Nachk.F2: KH(LL)25%/KH*(Ll)50%/LH(ll)25%

 

Elterntiere: KH*(Ll) x KH(LL)

Nachk.F2: KH(LL) 50%/KH*(Ll) 50% 

(keine Langhaar möglich, aber LH Träger)

 


Wie sieht unsere Planung genau aus?

Wenn alles klappt und wir einen entsprechenden Rüden finden, der alle notwendigen Auflagen erfüllt, wird unser Projektwurf Ende 2020 in der Zuchtstätte Black Bountys fallen. Es ist geplant, dass Yuki die Mama des Wurfes wird, da sie durch ihr ausgeglichenes, freundliches aber auch zugleich sehr sportliches Wesen einfach überzeugt. Wie immer gibt es bei uns nur einen Wurf, wenn die Mama komplett fit und gesund ist und ich auch ausreichend Welpenanfragen habe. Bevorzugt werden die Welpen aus diesem Projektwurf an Züchter und potentielle Deckrüdenbesitzer abgegeben, welche bei Eignung die Nachzucht auch für den weiteren Zuchteinsatz zur Verfügung stellen würden. Die ein oder andere Anfrage habe ich bereits. Sowohl die KH (LH-Träger) als auch reine LH (ab der zweiten Generation) können vor allem in der LH-Zucht eingesetzt werden und dürften somit für alle Langhaarzüchter interessant sein. 

Wir selber werden hoffentlich eine kleine Hündin behalten, welche bei Eignung in der Zucht bei den Black Bountys, vor allem in Kombination mit LH eingesetzt wird.